Baden-Württembergische
Hallenmeisterschaften in Sindelfingen
Höhen und Tiefen gab es
bei den Baden-Württembergischen Hallenmeisterschaften der Aktiven und Jugend am
Wochenende im Sindelfinger Glaspalast. Es fehlten doch viele bekannte
Spitzenleute und es dauerte auch lange – bis in den späten Sonntagnachmittag
hinein –, ehe auch der Funke auf die recht spärliche Zuschauerkulisse
übersprang und etwas Stimmung in die Halle kam. Die Akteure selbst zeigten
jedoch oft starke Leistungen, sie hätten eine größere Resonanz verdient gehabt.
Die Kreisathleten im Dress
von Salamander Kornwestheim waren komplett am Start und demonstrierten große
Klasse. Etwa die Nürtingerin Stephanie Lichtl. Sie lief im Finale über 60 Meter
Hürden in die deutsche Spitzenklasse hinein. Den faszinierenden Zweikampf mit
der Europameisterschafts-Zweiten Tina Klein (VfL Sindelfingen) gewann sie in
8,23 Sekunden vor Klein (8,26). So schnell war sie im ganzen letzten Jahr
nicht.
Der Wendlinger Tobias Unger
gewann die 60 Meter in 6,72 Sekunden knapp vor seinem neuen Trainingskameraden
Marius Broening (LAV Tübingen, 6,78). Über 200 Meter war er dann jedoch in
21,07 Sekunden eine Klasse für sich. Der Weilheimer Lukas Erdmann gewann die 60
Meter Hürden in starken 7,96 Sekunden und Tobias Zinser, ebenfalls aus
Weilheim, lief die 400 Meter in 49,85 Sekunden und wurde Vizemeister mit der
4×400-Meter-Staffel.
Schneller als in den Jahren
zuvor präsentierte sich Anke Hummel aus Oberboihingen, jetzt im Dress des VfB
Stuttgart. Sie holte sich Bronze über 60 Meter in 7,55 Sekunden und lief über
200 Meter neue Hallenbestzeit (24,38) und wurde Vizemeisterin. Ebenfalls
deutlich verbessert zeigte sich der Nürtinger Julian Ade (TV Oberhaugstett) bei
der Jugend. Er stieß die Kugel auf 15,62 Meter und kam im Weitsprung mit 6,89
Metern zur Silbermedaille.
Ihre erwartete einsame Klasse
demonstrierten bei der Jugend die Sprinterinnen des VfL Kirchheim, obwohl sie
auf die erkrankte Anja Wackershauser verzichten mussten. Vor allem in der
4×200-Meter-Staffel mit Ann-Kathrin Fischer, Katja Holder, Melanie Föll und
Valerie Hess waren sie nach 1.42,93 Minuten weit voraus vor der MTG Mannheim
und Salamander Kornwestheim. Es gibt in Deutschland wenig Quartette, die dieses
Potenzial haben. Bereits am Samstag hatte Ann Kathrin Fischer die 60 Meter in
7,59 Sekunden hauchdünn vor Nadine Hildenbrand (Kornwestheim) in 7,60 Sekunden
gewonnen. Am Sonntag gab es über 200 Meter gar einen Doppelsieg für den VfL:
Katja Holder holte sich den Jugendtitel in 25,33 Sekunden vor Valerie Hess
(25,54). Es war schon beeindruckend, was die Kirchheimer Mädchen in Sindelfingen
boten.
Nicht weit dahinter die
Mädchen der LG Neckar/Erms. Da unterbot zuerst Sarah Häfner über 400 Meter mit
59,66 Sekunden die 60-Sekunden-Grenze und holte sich die Bronzemedaille.
Christiane Ruess steigerte sich im Kugelstoßen auf ihre persönliche Bestweite
von 12,67 Metern und dies war Rang vier in einem starken Feld. Silber für den
Kreis gab es dann noch im Stabhochsprung durch Denise von Eynatten (LG
Leinfelden) mit 3,60 Metern.
Die männliche Jugend des
Kreises hatte es schwer, sich dem weiblichen Pendant anzuschließen. Zwei
präsentierten sich jedoch außergewöhnlich stark. Das war zum einen der
Nellinger Markus Feeser (LG Filder) im Hochsprung. Er steigerte seine
persönliche Besthöhe auf 1,97 Meter und holte sich Silber. Der Köngener
B-Jugend-Sprinter Klaus Neuendorf bewies, dass er auch eine Klasse höher gut
mithalten kann. Er lief die 60 Meter in 7,12 Sekunden und war im Finale der
besten acht, wo er in 7,17 Sekunden Rang sieben belegte. Mit Denise Bäuerle kam
ein weiterer Köngener weit nach vorne. Über 1500 Meter holte er sich Bronze in
4.06,30 Minuten. In den 60-Meter-Vorläufen stecken blieb Philipp Gaißer (SpVgg
Germania Schlaitdorf) mit 7,49 Sekunden, ebenso wie Peter Koch (LG Neckar/Erms)
mit 55,24 Sekunden über 400 Meter, Dominique Lhumeau (LG Filder) mit 52,93
Sekunden über die gleiche Distanz und Uwe Koch (LG Neckar/Erms) mit 2.14,32
Minuten über 800 Meter.
Bis auf den verletzten Jens
Beutenmüller trat die LG Neckar/Erms mit der kompletten 800-Meter-Garde bereits
in den Vorläufen an. Im ersten Vorlauf lief Matthias Heer mit 1.53,67 Minuten
eine Klassezeit und war damit im Finale am Sonntag. Dieses Finale lief
allerdings nicht gut für ihn. Gleich nach dem Start wurde er auf der Innenbahn
eingeklemmt, wovon er sich nicht mehr recht befreien konnte. Mit 1.54,64
Minuten wurde er dann nur Siebter. In den Vorläufen ausscheiden mussten Clemens
Silabetzschky (1.57,59), Martin Frank (2.00,86) und
Christoph Eichner (2.03,81). Stark der Sprinter Jan Schmalz über 60 Meter. Er
kam ins B-Finale und wurde in 7,10 Sekunden Zweiter, über 200 Meter erzielte er
22,63 Sekunden. Er ist zurzeit eindeutig der beste Sprinter des Kreises. In
einem zahlenmäßig schwachen Teilnehmerfeld holte sich Daniel Swierzyk (LG
Leinfelden) Bronze mit der Kugel (16,16 Meter). Nur vier Starter nahmen hier
den Wettbewerb auf.
Die Baden-Württembergischen
Meisterschaften der Aktiven und Jugend bildeten den Auftakt einer
konzentrierten Hallensaison. Der Tross wird weiterziehen zu den Süddeutschen
Meisterschaften am 18. und 19. Februar in Leipzig und den deutschen
Meisterschaften der Aktiven am 25. und 26. Februar in der Europahalle zu
Karlsruhe.