Bezirke werden abgeschafft

 

Große Mehrheit beim Leichtathletik-Verbandstag

 

Mit einer überraschend großen Mehrheit beschloss der Verbandstag des Württembergischen Leichtathletikverbandes (WLV) in Ludwigsburg-Poppenweiler die Auflösung der Bezirke in ihrer bisherigen Form.

Auf einem außerordentlichen Verbandstag im Herbst wird die verabschiedete Satzung nach der Eintragung ins Vereinsregister rechtskräftig. Dem 1950 gegründeten Bezirk Achalm gehörten zunächst die Kreise Münsingen, Nürtingen, Reutlingen und Tübingen an. Nach der Verwaltungsreform waren es die Kreise Esslingen, Reutlingen und Tübingen mit insgesamt über 20 000 gemeldete Leichtathleten. Über 40 Jahre lenkte der Metzinger Walter Euchner als Vorsitzender zusammen mit Sportwart Paul Kuppler aus Nürtingen die Geschicke dieses Bezirks.

Wie es nun weitergeht, welche Titelkämpfe zwischen den Kreis- und Landesmeisterschaften geschaffen werden, hängt jetzt von den einzelnen Kreisen ab, auf die in diesem Jahr sicher noch viel Gesprächsstoff zukommt. Der Kreis Reutlingen will weiter zusammen mit dem Kreis Esslingen agieren, wobei man sich Kreismeisterschaften bei den Schülern weiterhin separat vorstellen kann, ab der Jugend will man jedoch gemeinsam auftreten. Der Kreis Tübingen hat sich hierzu noch nicht geäußert. Die Bezirksmeisterschaften gehen jetzt jedoch definitiv in die letzte Saison.

Im Rahmen des Verbandstages wurden auch die Ehrungen für die besten Vereine des Landes vorgenommen, ermittelt auf der Basis der Bestenliste und der Mannschaftswettkämpfe. Bei der Jugend gewann dabei die LG Filder vor der großen LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg. Im Schülerbereich liegt die LG Leinfelden auf Rang zwei knapp hinter der LG Staufen, bei den Aktiven belegt die LG Leinfelden Rang drei hinter LAV Tübingen und LG Neckar/Enz.


Ausländer-Startrecht umstritten

Nicht nur die Abschaffung der Bezirke, sondern auch das neue Ausländer-Startrecht sorgt derzeit bei den Leichtathleten für Diskussionsstoff. Der deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte beschlossen, in Zukunft Ausländer zu deutschen Meisterschaften zuzulassen, wenn sie mindestens seit zwei Jahren in Deutschland leben, hier ihren Lebensmittelpunkt haben und seit zwei Jahren nicht mehr für ihr Heimatland gestartet sind. Viele Athleten und Funktionäre befürchten, dass diese Regelung, die als Chance zur Integration von in Deutschland lebenden Ausländern gedacht ist, zu einem Tummelplatz für afrikanische Langstreckenläufer führen könnte. Denn viele von ihnen leben in Deutschland. Der Vorsitzende des Leichtathletik-Kreises Esslingen, Joachim Beckmann, sprach sich schon im Vorfeld gegen die Regelung aus. Die Läufer der LG Leinfelden protestierten durch ihr Fernbleiben von den deutschen Halbmarathon-Meisterschaften.