Neuordnung im WLV

Die Kreise haben jetzt mehr Kompetenzen

Der Württembergische Leichtathletikverband (WLV) baut um. Die Bezirke wurden abgeschafft, die Kreise bekommen mehr Kompetenzen. Grund für die Umstrukturierung ist eine Harmonisierung mit der Satzung des badischen Verbandes, erklärte Joachim Beckmann, Kreisvorsitzender in Esslingen.

Vorher war er Vorsitzender des Bezirks Achalm, bestehend aus den Kreisen Reutlingen, Tübingen und Esslingen, die auch den politischen Landkreisen entsprechen. Nun sind die acht Bezirke des WLV abgeschafft und ihre Kompetenzen wurden auf die 25 Kreise übertragen.

Der Leichtathletikkreis Esslingen hat rund 10 000 Mitglieder und ist damit der zweitgrößte Kreis im Verband. Tübingen mit etwa 2500 und Reutlingen mit rund 6000 Mitgliedern sind wesentlich kleiner.

An Stelle der bisherigen Wettkämpfe auf Bezirksebene steht es den Kreisen nun frei, Wettkämpfe auf regionaler Ebene, also im Zusammenschluss mehrerer Kreise, zu veranstalten. Wie das organisiert wird, bleibt dem freien Spiel der Kräfte überlassen, erläuterte Beckmann. Im Klartext: die Kreise können frei entscheiden, welche und wie viele von ihnen einen Regionalwettbewerb ausrichten. Grenzen seien dabei nur durch die Anfahrtswege, die Startgelder und die Häufigkeit der Wettkämpfe gesetzt.

Wenn ein kleiner Kreis in einer bestimmten Disziplin alleine nicht genügend Teilnehmer für ein attraktives Starterfeld zusammenbekommt, kann er sich beispielsweise genau für diese Disziplin mit anderen Kreisen zusammentun und eine Regionalmeisterschaft veranstalten, führte Beckmann näher aus. Oder man organisiert einen gemeinsamen Lauf mit getrennten Wertungen und lässt das Ganze als Kreismeisterschaft laufen.

Die drei Kreise, die seither den Bezirk Achalm gebildet haben, wollen weiterhin gemeinsam als Region Achalm Meisterschaften ausrichten. Dafür gibt es einen Sportausschuss, in dem aus jedem Kreis zwei Vertreter sitzen. Geändert hat sich deshalb nicht viel für ihn, sagte Beckmann. Schon zuvor hatten die drei Kreise unter dem Dach des Bezirks ein Rotationssystem gepflegt. Nun ist eben der Funktionärsüberbau weg.

Insgesamt hat der WLV rund 120 000 Mitglieder. Schon länger werde aus der Politik die Forderung nach einer Fusion mit dem badischen Verband erhoben übrigens nicht nur an die Leichtathletik, sondern auch an andere Sportverbände. Deshalb würden seit einigen Jahren die Satzungen einander angeglichen, so Beckmann. Einen genauen Zeitplan gebe es aber nicht, da es vor allem beim badischen Verband Empfindlichkeiten gebe. Das hängt von den Personen ab. Wenn da mal die richtigen Leute rankommen, die miteinander können, geht es schnell.

Nach der Regionalmeisterschaft kommt die Württembergische, dann die Baden-Württembergische, die Süddeutsche und schließlich die Deutsche Meisterschaft. Eine Ebene würde also wegfallen, wenn die beiden Verbände sich zusammenschlössen.

Durch die Neuordnung im WLV werden Brücken über die badische Grenze geschlagen. Benachbarte Kreise wollen gemeinsame Regionalmeisterschaften veranstalten laut Beckmann ein durchaus gewollter Effekt.