Deutsche Jugendmeisterschaften - Ulm, 17. Juli 2022

Es war ein Sprung in eine neue Dimension, der noch lange nachwirken wird. Ein Sprung ins Glück, der Tabea Eitel vom TSV Köngen zur Deutschen U20-Weitsprung-Meisterin kürte und den Weg zur Teilnahme an den U20-Weltmeisterschaften in Cali ebnete. Es war ihr sechster und der alles entscheidende letzte Sprung in einem hochklassigen Duell zwischen ihr und Libby Buder (SC Potsdam), mit dem die 18-jährige Reichenbacherin mit einem sprunggewaltigen Satz auf 6,48 Meter die Konkurrenz schockte und den Überraschungssieg perfekt machte. Buder, die im vierten Durchgang mit einer persönlichen Bestleistung von 6,37 Meter die Führung übernommen hatte, (bis dahin hatte Eitel mit persönlicher Bestleistung von 6,28 Metern geführt), sah eigentlich schon wie die sichere Siegerin aus, denn die große Favoritin und Weltjahresbeste Helena Börner (SG Adelsberg), die mit einer Bestleistung von 6,73 Meter angereist war, zeigte Nerven und kam in diesem entscheidenden Nominierungswettkampf nicht über 6,24 Meter hinaus. Diese Weite reichte am Ende nur zu Platz drei. „Ich war so geflasht von der Tatsache, auf jeden Fall zweite zu sein, nachdem bis auf Buder alle Finalistinnen vor mir ihren 6. Versuch absolviert hatten, dass ich diesen letzten Sprung so richtig befreit und locker angehen konnte“. Mit 6,48 Meter hat Tabea Eitel nicht nur ihre persönliche Bestleistung um 26 Zentimeter gesteigert, sondern auch den seit 1980 bestehenden U18-Kreisrekord von Anke Köninger (TG Nürtingen/6,25) sowie den Frauen-Kreisrekord von Margot Eppinger aus dem Jahr 1975 von 6,44 Metern verbessert. Am Württembergischen Rekord von Laura Raquel Müller (Unterländer LG/6,50) aus dem vergangenen Jahr, schrammte Eitel nur um zwei Zentimeter vorbei. Bereits am Sonntagabend wurde Tabea Eitel in der Köngener Fuchsgrube von der Leichtathletikabteilung des TSV euphorisch empfangen. Zu den Gratulanten gehörten auch Bürgermeister Otto Ruppaner und der Kreisvorsitzende Martin Moll. Viel Zeit zuhause bleibt der Gymnasiastin nicht. Bereits am kommenden Freitag reist Tabea Eitel und ihr Trainer Florian Bauder (Köngen) mit der deutschen WM-Mannschaft nach Florida in ein 7-tägiges Trainingslager, bevor es dann von dort direkt nach Kolumbien zur Junioren-WM weitergeht.

Einen herben Tiefschlag erlebte indes der Stettener Tizian Lauria. Der Weltjahresbeste im Kugelstoßen der U20 mit 21,15 Meter darf nicht zur WM. Was ist passiert? Der 19-jährige vom VfL Sindelfingen kam aufgrund von Staus auf der A8 verspätet in Ulm an, verpasste dadurch den Callroom, von wo aus die Athleten gemeinsam vom Schiedsrichter abgeholt werden und zur Wettkampfanlage geführt werden. Der Callroom dient dem Veranstalter und den Kampfrichtern zur letzten Kontrolle der Wettkämpfer. Die Anwesenheitspflicht des Athleten ist zeitlich festgelegt (20-30 Minuten). Lauria kam kurz vor Wettkampfbeginn direkt zur Anlage, durfte deshalb nur außer Wertung antreten. Mit 20,51 Meter wäre der in Topform befindliche Lauria überlegen Deutscher Meister geworden. Da es insgesamt fünf Normerfüller für Cali gibt (18,50 Meter) und die zwei Besten der DM, Lukas Schober (SG Weißig/20,16) und Steven Richter (SC Neubrandenburg/20,14) darunter sind, ist der WM-Traum für Lauria (vorerst) geplatzt.

Über 3.000 Meter lief Luca Madeo (LG Filder) in 8:42,83 Minuten (Bestzeit 8:39,84)) auf den 9. Platz unter 20 Startern. Zur Bronzemedaille fehlten dem Nellinger rund 11 Sekunden. Es siegte Benjamin Dern(LAZ Birkenfeld/8:13,24). Nicht zufrieden war Louis Rath (LG Filder), mit seiner 800 Meter-Zeit von 1:55,57 Minuten. Als Fünfter seines Vorlaufs verpasste der Denkendorfer das Finale um 1,2 Sekunden. Den Titel holte sich Elija Ziem (SC Neubrandenburg/1:49,22).

Seit Wochen liefert der Nürtinger Matteo Redinger (TSV Frickenhausen) starke Sprintzeiten ab. Der 17-Jährige qualifizierte sich über 100 Meter der U18 nach 10,96 im Vorlauf und 10,98 im Zwischenlauf für das Finale, in dem er seine persönliche Bestzeit von 10,85 Sekunden egalisieren konnte. Schade, dass es um 2 Hundertstel nicht zu einer Medaille gereicht hat. Es siegte der EM-Dritte Benedikt Wallstein (Gotha) in 10,52 Sekunden vor Lubau Haque (ART Düsseldorf/10,73) und Aaron Amenta (TC Groß-Gerau/10,83).

Nicht in den Endkampf der besten Acht schafften es die beiden LG Teck-Athletinnen Hannah Melzer im Hammerwerfen der U18 mit 51,26 Meter (10. Platz) und Celine Kubowski im Speerwerfen mit 41,70 Meter (9. Platz).

Martin Moll

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