U20-Weltmeisterschaften - Cali/Kolumbien, 1.-6. August 2022

Die weite Reise in den Südwesten Kolumbiens, wo in Cali vom 1. bis 6. August die U20-Weltmeisterschaften stattfanden, hat sich für die drei nominierten Athleten aus der Region gelohnt. Alle drei haben im Stadion „Estadio Olimpico Pascuale Gurrero“ großartiges geleistet und gehörten zu den Besten in ihren Disziplinen. Während Weitspringerin Tabea Eitel vom TSV Köngen (LG Filder) im Regen von Cali im Finale auf den 8. Platz sprang, holten Kugelstoßer Tizian Lauria aus Stetten (VfL Sindelfingen) und Siebenkämpferin Sandrina Sprengel (LG Steinlach-Zollern) die ersten beiden Medaillen für das 75-köpfige DLV-Nachwuchsteam, das mit 1x Gold, 4x Silber und 3x Bronze im Medaillenspiegel deutlich schlechter abschnitt als vor einem Jahr in Tallinn/Finnland (15 Medaillen).
Als Weltjahresbester im Kugelstoßen (21,15 Meter) angetreten, galt Tizian Lauria als großer Medaillenkandidat. Dekoriert hat sich der 19-Jährige schließlich mit der Bronzemedaille. Es war der größte Erfolg und die erste internationale Medaille für Lauria, der nach etlichen emotionalen Hoch und Tiefs in den vergangenen 2 Jahren auf dem Höhepunkt seiner zu Ende gehenden Jugendzeit angekommen ist. Nach einem Fehlversuch und zwei 19 Meter-Stößen knackte Lauria im 4. Versuch mit 20,40 Metern erstmals an diesem Tag die 20 Meter-Marke und setzte sich mit dieser Weite an die zweite Position. Doch gleich im 5. Durchgang verdrängte ihn der Jamaikaner Lawrence Kobe mit 20,58 Meter vom Silberrang. Lauria konterte zwar im letzten Durchgang mit 20,55 Meter, doch am Ende fehlten 3 Zentimeter. Weltmeister wurde Tarik O´ Hagan (USA) mit 20,73 Meter. Der Deutsche U20-Meister Lukas Schober (SG Weißig), wurde überraschend Vierter mit 19,43 Meter.
„Ich bin super stolz auf meine Medaille bei meinem ersten internationalen Einsatz für Deutschland. Ich konnte meinen 1. Platz leider nicht verteidigen, aber das hat ein WM-Finale nun mal so in sich, dass alles passieren kann“, sagte Lauria nach der Siegerehrung zu seiner Medaille und fügte in einem Atemzug hinzu, “ heute hat es für Bronze gereicht, ich hoffe, in der Zukunft kommt irgendwann bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen noch Gold hinzu“.
Dass Tizian Lauria überhaupt dabei sein durfte, verdankte er der großen Geste des Deutschen Vizemeisters Maximilian Richter (LV Erzgebirge/20,14 Meter). Dieser hatte, zusammen mit dem Deutschen U20-Meister Lukas Schober (20,16 Meter) das Ticket für die WM bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gelöst, dann aber seinen Platz zugunsten Lauria frei gemacht. Lauria durfte bei den Deutschen Jugendmeisterschaften nur außer Wertung starten, weil er die Callroom-Zeit verpasst hatte. Den Weltbesten jedoch zuhause zu lassen, hätte man angesichts einer WM, kaum vertreten können. Nicht antreten durfte der Weißrusse Yanheni Bryhi, mit 20,36 Meter Zweiter der Weltjahresbestenliste.

Für Tabea Eitel haben sich in den vergangenen Wochen die Ereignisse überschlagen. Nach ihrem 6. Platz bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Siebenkampf, wurde die 18-jährige Reichenbacherin Mitte Juli völlig überraschend Deutsche Meisterin in ihrer Lieblingsdisziplin Weitsprung mit 6,48 Metern. Bereits 6 Tage später ging es mit dem DLV-Team und ihrem Heimtrainer Florian Bauder (TSV Köngen), der auch Bundestrainer im Bereich Nachwuchs-Mehrkampf ist, nach Florida in ein Vorbereitungstrainingslager und von dort direkt weiter nach Cali. Tabea Eitel blieb im Flow der letzten Wochen und hat dem Druck, der auf ihr lastete, standgehalten. Gleich mit dem ersten Sprung auf 6,21 Meter schaffte sie in der Qualifikation die geforderte Norm für das Finale der besten Zwölf. Mit der gleichen Weite qualifizierte sich auch die zweite Deutsche, Siebenkampfkollegin Libby Buder (SC Potsdam) für den Endkampf. Schade, dass im Finale drei Tage später die Vorboten eines Platzregens für nasse Bedingungen sorgten. Mit 6,18 Meter erzielte Eitel im 2. Versuch ihre größte Weite, die sie am Ende auf den 8. Platz brachte. Buder wurde mit 6,16 Meter Neunte. „Mit der Weite bin ich nicht zufrieden, mit der Platzierung absolut. Beim 2. Sprung bin ich etwas weggerutscht und hatte danach etwas Angst“, kommentierte Eitel ihren Wettkampf. Den WM-Titel sicherte sich Plamena Mitkova (Bulgarien) mit einem Sprung auf 6,66 Meter. Silber ging an Natalie Linares (Kolumbien) mit 6,59 Meter, Bronze an Marta Amani (Italien) mit 6,52 Meter.

 

Martin Moll

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